Fledermauspflege auf der VetMed Wien

 

Der Dokumentarfilm

Seit elf Jahren pflegt Dr. Gabriele Schaden Fledermäuse an der veterinärmedizinischen Universität Wien, die von der Naturschutzabteilung der Gemeinde Wien unterstützt wird.

 

Die Tiere, die sie aus Wien bekommt, sind meist in eine Wohnung geflogen und dort, da sie sehr lange ohne Futter und Wasser aushalten können, total ermüdet und erschöpft gefunden worden. Diese Tiere brauchen sehr lange, um sich wieder zu fangen und ausgesetzt zu werden. Viele können lange Zeit nicht selbstständig fressen und müssen einzeln per Hand mit Käferlarven gefüttert werden, was sehr zeitaufwändig sein kann.

 



Die Tiere sind in Terrarien untergebracht, manche hängen an Laken und Tüchern, andere, denen es weniger gut geht, in eigenen Fledermaus-Behältern aus Stoff, um sich nicht zu verletzen beim Ausbruchsversuch.

 

Fledermäuse gewöhnen sich sehr schnell an eine Person, was mit Geruch, der Art der Pflege und der Stimme zusammenhängt, weshalb die Tiere hauptsächlich von Frau Dr. Schaden betreut werden. Und das praktisch das ganze Jahr. Natürlich gibt es auch Zeiten, wo weniger Fledermäuse hereinkommen, es kann aber auch sein, dass von einem Tag auf den anderen dreihundert Tiere einer Kolonie eingeliefert werden, da ein Baum gefällt wurde.

 


Aber oftmals sind die Leute, die Bäume fällen, nicht gut informiert oder arbeiten unter starkem Zeitdruck, sodass sie den Baum einfach umschlagen.

 

Insgesamt hat Frau Doktor Schaden bisher über 4200 Fledermäuse gepflegt, viele starben an den Folgen ihrer Verletzungen, aber viele konnten nach Monaten intensiver Pflege wieder freigelassen werden.

 

Je nachdem wie ein Baum gefällt wird, kann die Hälfte der Tiere zerquetscht, zerschlagen und zersägt oder völlig gesund sein, erklärt Gabriele Schaden. Wenn man den Baum einfach umsägt und fallen lässt, ist es wohl klar, was mit den Bewohnern passiert, man könne allerdings auch einen Baum, mit einer auffälligen Baumhöhle, stufenweiße absägen und die Einzelteile vorsichtig abseilen.

 



Was sich Gabriele Schaden wünschen würde, wäre ein Gehege, in dem sie behinderte oder dauerhaft geschädigte Tiere, die aber in Gefangenschaft weiterleben könnten, unterbringen kann. Denn momentan muss sie Tiere, die nicht mehr freizulassen sind, aufgrund Platzmangels, einschläfern.

 

Dr. Gabriele Schaden



Die größte Gefahr für Fledermäuse in der Stadt sind Fenster. Bei einem Sturm suchen Fledermäuse einen geschützten Ort und klettern oftmals in den Spalt eines gekippten Fensters, wo sie dann zerquetscht werden und nicht selten innere Verletzungen, sowie Brüche und Prellungen erleiden. Für viele dieser Tiere kann auch Doktor Schaden nichts mehr tun und muss sie von ihren Schmerzen erlösen.

Fledermäuse sind die Opfer des Ökosystems Stadt. Sie können hier viele Vorzüge genießen, gute Unterschlüpfe, wenig Frost und kein Mangel an Futter. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Gefahren hier, die meisten wurden durch den Menschen geschaffen.

 

 


Das einzige, was für diese Fledermäuse getan werden kann, ist Bäume intelligent zu fällen, Fenster vorsichtig zu schließen und verletzte Fledermäuse zu Gabriele Schaden zu bringen.

Fotos


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Kommentare: 2
  • #1

    Wolfgang (Sonntag, 29 Januar 2017 14:10)

    Sehr interessanter Beitrag.

  • #2

    Karin (Sonntag, 29 Januar 2017 15:21)

    Danke für den Beitrag, ich werde die Fenster zukünftig achtsamer schließen. Frau Dr.in Schaden ist eine einmalig engagierte Frau!

Text, Fotos, Filmaufnahmen, Design und Schnitt von Vallipps

29. 1. 2016

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