Das Haus der Katzenfreunde

Tierschutz


Ein moderner Neubau zwischen den Häusern des 23. Bezirks. Umgeben von einem unscheinbaren Zaun sorgt er nicht für viel Aufmerksamkeit, und die vorbeifahrenden Autos bemerken ihn wohl nicht einmal.

 

Doch innerhalb der Mauern des Hauses leben zeitweise bis zu fünfzig Katzen, die in zehn getrennten Räumen im Erdgeschoss und im ersten Stock untergebracht sind. Je nachdem wie sie es gewohnt sind und wie sie sich mit anderen Tieren verstehen, sind sie einzeln oder zu zweit untergebracht.


>>Es war in all den Jahren nie ein Problem, dass die Tiere auch alleine sitzen können. Viele vertragen sich auch gar nicht mit anderen Katzen und eben diese muss ich dann alleine unterbringen.<<

 

Bettina Hiebel, seit 15 Jahren die Tierpflegerin im Katzenhaus.


An Beschäftigung mangelt es den Tieren hier aber eher nicht, sowohl die zu zweit untergebrachten als auch die alleine sitzenden Katzen werden laufend von „Streichlern“ verwöhnt, also regelmäßig kommenden Besucher, die sich mit den Katzen auseinandersetzen, und zusätzlich beschäftigen sich auch die Pfleger mit den Tieren, die nebenbei auch Klickertraining durchführen.

 

Das Katzenhaus ist aber keineswegs eine dauerhafte Unterbringung für Katzen wie viele Tierheime, sondern hier fokussiert man sich total auf die Vermittlung und sucht je nach Katze den perfekten Platz. Der Verein ist also gewissermaßen ein Netzwerk für Katzenvermittlung, und auch auf der Website der Katzenfreunde werden Fundtiere und vermisste Katzen vermerkt, auch wenn diese mit dem Tierheim selbst nicht viel zu tun haben.

 


>>Es sind fast keine Fundtiere, die bei uns abgegeben werden, sondern großteils vom Vorbesitzer abgegebene Tiere, die aus diversesten Gründen ihren Platz verlieren. Zum Beispiel weil sie aggressiv oder unsauber geworden sind, wegen Kinderzuwachs oder einer neuen Wohnung.<<

 

Obfrau des Vereins und Heimleiterin Dr. Jutta Kernstock.


Es scheint also wirklich viel Wert darauf gelegt zu werden, die Katzen zu vermitteln, da aber nur begrenzt Plätze im Katzenheim vorhanden sind, wird auch bei der Auswahl der aufgenommenen Katzen genau geschaut, damit die Tiere nicht ewig im Katzenhaus bleiben, sondern tatsächlich weitervermittelt werden.

 

Ein gutes Beispiel ist die zwölfjährige Katze, die sehr freundlich ist, und deren Besitzerin momentan im Krankenhaus liegt und im Anschluss in ein Pflegeheim gebracht wird. Über die letze Zeit in der Wohnung hatte die Katze nicht viel Kontakt zu Menschen, es wurde zwar dafür gesorgt, dass sie gefüttert wurde, doch macht sie bei der Vermittlung durchaus Probleme. Denn durch ihr relativ hohes Alter ist es schwer, einen Platz für sie zu finden, obwohl sie durchaus zutraulich ist. Rein theoretisch könnte sie morgen sterben, allerdings könnte sie auch noch zwanzig Jahre und älter werden.


>>Der schönste Teil meiner Arbeit hier ist, wenn man älteren Tieren noch einen wirklich schönen Lebensplatz in einer Familie suchen kann und findet, und diese Tiere dann dort hinbringt, und die Rückmeldung kommt, dass sich das Tier wirklich wohl fühlt und geliebt wird.<<

Obfrau des Vereins und Heimleiterin Dr. Jutta Kernstock.

Auch psychische Probleme haben die Katzen, die abgegeben werden. Laut Frau Dr. Kernstock resultieren diese aus falscher Haltung. Nur ein gut ausgewähltes neues Zuhause mit einem informierten Halter kann der richtige Ort für diese Katzen sein, deswegen wird alles getan, um den Katzen ein schönes Plätzchen zu finden.

 


Unser Höhepunkt oder in den letzen Jahrzehnten größte Errungenschaft ist eigentlich, dass wir es geschafft haben, das Haus neu zu bauen", sagt Dr Kernstock.


Denn dazu waren jahrelange Spenden und eine Erbschaft nötig, um das Ganze ohne Kredit zu ermöglichen. Davor bestand das Katzenhaus aus zwei Vorstadthäusern, die durch ihre Unzugänglichkeit und die verwinkelten Zimmer eine hygienische und effiziente Haltung von Katzen nur sehr schwer möglich machten.

 

Auch mit Streunerkatzen beschäftigt sich der 1960 gegründete Verein intensiv, so bemüht man sich, die Population dieser Tiere durch Kastrationen einzudämmen. Die Tiere werden in Futterfallen eingefangen, kastriert und, nachdem sie wieder fit sind, freigelassen.

„Die Kastration von Streunerkatzen gehört zu einem unserer Vereinsziele, schon von Anbeginn war der Verein Haus der Katzenfreunde der einzige, der sich überhaupt mit Streunerkatzen beschäftigt hat“, so Heimleiterin Jutta Kernstock.

 



Website Haus der Katzenfreunde: www.katzenfreunde.at

Kontakt: office@katzenfreunde.at

Eine Reportage von Volleipps.at

3.1. 2017


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Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Elisabeth Schäfer (Mittwoch, 04 Januar 2017 16:54)

    Was für eine toller Verein! Vielen Dank für die Information, den schönen Interview-Film – ich kannte das Haus der Katzenfreunde zuvor noch nicht & bin ganz begeistert!

  • #2

    Gerda Schleiss (Freitag, 06 Januar 2017)

    Toller Verein, das ist gelebter Tierschutz - absolut unterstützungswürdig.








  • #3

    Regina Hladik (Freitag, 12 Mai 2017 10:48)

    Mein Kommentar erfolgt leider mit großer Verspätung - bin nicht sehr zuverlässige Internetnutzerin. Umso herzlicher möchte ich mich aber dafür jetzt für den gelungenen Beitrag bedanken. Ich bin von diesem Verein und seinen sehr engagierten TierschützerInnen ganz begeistert. Da macht Spenden wirklich Sinn und man kann unmittelbar erleben, dass die Spende den Katzen zugute kommt!
    Vielen Dank alle, die helfen!!!!!!

  • #4

    Hedwig Hubatschek (Dienstag, 04 Dezember 2018 13:41)

    Herzlichen Dank bei der Hilfe "meines" Katzenproblems. Ich hatte gegen Erstattung der Futterkosten einem lieben (jedoch finanziell nicht gut aufgestellten) Tierliebhaber ein Katzenbaby "abgenommen" und dabei das Problem erkannt, dass er für die restlichen 3 Tigerkätzchen dringend gute Plätze sucht. Das Haus der Katzenfreunde hat rasch und unbürokratisch geholfen! Gottseidank! Werde diesem Verein auch weiterhin Spenden zukommen lassen (außerdem sind diese steuerlich absetzbar!). DANKE

  • #5

    Ingrid Hausenblas (Samstag, 05 Januar 2019 17:04)

    Auch ich bin ein großer Freund dieses besondereren Katzenhauses und ebenfalls Spenderin. Es ist wunderbar, dass das Hauptmerk die gute Vermittlung ist. Vor wenigen Monaten habe ich ein Brüderpaar aus dem Tierheim Krems aus Mitleid aufgenommen, das 8 (acht) Jahre im Heim leben musste. Das ist Wahnsinn und unvorstellbar für mich. Die Kater kamen als Kleine dort hin... bald werden sie neun Jahre alt. Nun leben fünf Freigänger bei mir in N.Ö., zwischen 4 und 8 Jahre alt. 4 Kater und 1 Fräulein.
    Vielen Dank für die großartige Arbeit im Namen der Fellnasen!

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