Das Papageienheim

Tierschutz


Jeden Freitag, von 14 bis 17 Uhr, ist Besuchertag im Papageienheim. Jeder kann vorbeikommen, sich Papageien anschauen und mit ihnen Kontakt aufnehmen, den Pflegern Fragen stellen oder sich über die Haltung von Papageien informieren.

Rund 190 Papageien sind momentan im Papageienheim untergebracht. Zu Vermittlungen kommt es aber selten, die Vogelhaltung ist allgemein im Rückgang, strengen Haltungsbestimmungen gemäß Tierschutzgesetz, die aber völlig gerechtfertigt sind, wollen oder können viele Interessenten nicht erfüllen. Die Obfrau des Vereins ARGE Papageienschutz, Frau Magistra Nadja Ziegler, hat in Österreich viel zur gesetzlichen Verankerung von artgerechter Haltung von Papageienvögeln beigetragen.

Der Dokumentarfilm


>>Wir sind so etwas wie eine zweite Chance, eine neue Chance, denn viele Tiere waren schon in mehreren Händen, bevor sie zu uns gekommen sind, und für viele sind wir auch einfach die letzte Chance. Und es ist schön das zu wissen.<<

Julia Bellmann, Heimleiterin Papageienheim


Das Papageienheim ist eine Einrichtung der ARGE Papageienschutz und ist im Wiener Tierschutzhaus eingemietet. Für unseren Redakteur schwer zu finden, ganz hinten auf dem Gelände, befindet sich das Heim und besteht aus vielen großen Volieren mit jeweils einer Außenvoliere, die bei Schönwetter für die Tiere zugänglich ist.

Die Papageien sind in Gruppen untergebracht, da die meisten Schwarmvögel sind, und es nicht artgerecht wäre, sie alleine oder auch nur zu zweit zu halten. Diese Vögel sind nicht nur enorm intelligent, sie haben auch ein komplexes Sozialverhalten und brauchen somit natürlich auch Interaktionen mit Artgenossen.

 


Hier arbeiten die Heimleiterin, Julia Bellmann, Bsc., die wir einen Tag lang im Heim begleiten durften, und ein Team aus Biologie-Studenten, sowie einige ehrenamtliche Helfer. Ahmed, ein Einwanderer aus dem Irak, kommt manchmal am Wochenende vorbei und erledigt verschiedene einfache Arbeiten. Sein Deutsch ist leider sehr begrenzt, aber ihm scheint es Freude zu bereiten, hier für einen guten Zweck zu helfen. In den Pausen büffelt er in seinem Wörterbuch und zeigt allen seinen Wortschatz. Im Gegenzug bringt er den Anwesenden Arabisch bei.


Man merkt wirklich, wie unterschiedlich die Tiere sind, und jetzt spreche ich nicht nur das Aussehen an. Jeder Papagei hat seinen eigenen Charakter, mit Eigenheiten und Launen. Das macht sie so unglaublich interessant. Die PflegerInnen kennen jeden einzelnen Vogel und können damit auf eine ganz andere Weise auf die Tiere zugehen.

 

Wieso hier so viele Papageien herkommen, kann sich Frau Bellmann nur mit dem hohen Alter der Tiere erklären: Da Papageien so alt werden, überleben sie oftmals ihre BesitzerInnen, oder diese sind altersbedingt nicht mehr imstande, sie korrekt zu pflegen, oder entwickeln Allergien gegen sie.

Also kein Wunder, dass das Papageienheim ziemlich voll ist. Und obwohl nicht viele Tiere wieder vermittelt werden können, arbeiten die PflegerInnen dort Tag für Tag, um den Papageien ein schönes Leben zu ermöglichen. Nicht zu vergessen, wie intelligent Papageien sind. Sie brauchen jemanden, der sich intensiv mit ihnen auseinandersetzt.

 


Gefüttert wird jeden Tag eine Vielzahl an Früchten. In der Früh erst einmal ein Mix aus Obst und Gemüse sowie Fruchtspieße, wo auch einmal Brot oder Käse drauf ist. Am Nachmittag werden Kekse mit Medikamenten drauf verteilt und kurz vor der Abendfütterung mit verschiedenen Körnermischungen,  werden noch Ölfrüchte, daumengroße sehr fettig schmeckende Früchte der Ölpalme, die direkt importiert werden, gefüttert. Sie stellen in der Natur ein wichtiges Nahrungsmittel für Papageien dar, deswegen werden sie auch hier zur Verfügung gestellt.


Es ist großartig, dass es eine Unterkunft für Papageien wie das Papageienheim gibt. Hier haben die Vögel noch ein schönes Zuhause. Vielleicht werden sie noch weitervermittelt, aber wenn nicht, hatten sie noch ein tolles Leben.

 

 

Und Menschen wie Julia Bellmann, Nadja Ziegler und die vielen StudentInnen und Freiwilligen verdienen wirklich großes Lob, sie sind nämlich die, die diesen 190 Vögeln einen Platz bieten.



11.6. 2017

Fotos, Film und Text von Volleipps.at



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